Motorräder werden oft falsch eingeschätzt: Breiter oder schmaler als man denkt

Motorisierte Zweiräder werden von anderen Verkehrsteilnehmern oft falsch wahrgenommen. So kann ihre schmale Silhouette dazu führen, dass sie übersehen werden. Auch die Breite verändert sich während der Fahrt und kann bei entgegenkommendem Verkehr für unangenehme Überraschun­gen sorgen. Auf diese spezifischen Eigenschaften motorisierter Zweiräder machte das ifz in 2005 mit einer Kampagne aufmerksam.

Schon wenige Meter Entfernung reichen aus, um ein Motorrad optisch komplett hinter einem Laternenmast oder der A-Säule eines Pkw verschwinden zu lassen. In anderen Fällen führt ihre schmale Silhouette dazu, dass Motorräder und -roller zwar wahrgenommen, aber deutlich unterschätzt werden. So wird ihnen von anderen Verkehrsteilnehmern weniger Platz zugestanden, als sie tatsächlich benötigen.
Grund: Einspurfahrzeuge können aus fahrphysikalischen Gründen stark von ihrer Fahrlinie abweichen. Zusätzlich sorgt die Neigung bei Kurvenfahrt für eine deutliche „Verbreiterung“ des Fahrzeugs. So kann sich die Breite eines Motorrades von rund 70 Zentimeter auf fast 1,5 Meter mehr als verdoppeln.

Laut einer Studie der europäischen Motorradindustrie, zu der das Institut für Zweirad­sicherheit umfassende Forschungsergebnisse geliefert hat, liegen die Gründe für Kollisionsunfälle zwischen Pkw und Motorrad in über 70 Prozent der Fälle im Übersehen oder in einer Fehleinschätzung des Motorrades durch den Pkw-Fahrer.

Mit der Anzeigenkampagne „Breiter oder schmaler als man denkt“ will das ifz für dieses Thema sensibilisieren. Angesprochen sind alle Verkehrsteilnehmer, vom Fußgänger bis zum „Brummi“-Piloten. Die Kampagne erfolgte in Form von Schaltanzeigen und redaktionellen Begleittexten bundesweit und traf auf ein breites Echo, weil das Thema nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern mit Einsicht ins Bewusstsein gebracht wurde.