Die Situation wirkt auf den ersten Blick harmlos, kann aber schnell gefährlich werden: Ein Fahrzeug möchte vom Beschleunigungsstreifen auf die rechte Spur der Autobahn auffahren, während ein Motorradfahrer von der linken Spur auf die rechte wechselt, um einen dort fahrenden Pkw zu überholen. Noch kritischer wird es mit einem langen Lkw, der die Sicht für beide deutlich einschränkt. Der Auffahrende auf dem Beschleunigungsstreifen kann das Motorrad nicht sehen – und umgekehrt ebenso. Beide bewegen sich auf dieselbe Spur zu, und wenn einer von ihnen unaufmerksam ist, kann es schnell gefährlich werden – im schlimmsten Fall kommt es zu einer Kollision. Doch wer hätte in dieser Situation eigentlich Vorrang?
In solchen Fällen lässt sich die Schuldfrage nicht immer eindeutig beantworten. Zwar ist klar geregelt, dass der Auffahrende auf dem Beschleunigungsstreifen warten muss, bis er gefahrlos einfädeln kann, und dass der Spurwechsler sicherstellen muss, dass sein Manöver keine Gefahr für andere darstellt. Die genaue Verantwortung hängt jedoch von den Umständen ab – etwa von den Sichtverhältnissen, der Geschwindigkeit und dem Verhalten der Beteiligten. Es bleibt komplex, wie so oft im Straßenverkehr. Letztlich steht die Schuldfrage natürlich nicht im Vordergrund – wichtiger ist, die Gefahr frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Recht zu haben schützt nicht vor den Folgen eines Unfalls.
Darum immer wieder daran denken: Jeder von uns sollte im Straßenverkehr mit größter Vorsicht und Rücksichtnahme unterwegs sein. Ein vorausschauendes Fahrverhalten und respektvolles Miteinander können viele „Gefährliche Begegnungen“ verhindern. Letztlich geht es auch um #mehrAchtung und darum, unnötige Risiken zu vermeiden, besonnen zu agieren, um sicher ans Ziel zu kommen.
Zur Broschüre „Gefährliche Begegnungen“ geht es hier: https://www.ifz.de/produkt/product-7/
